Präsentation der Uni Stuttgart von Entwürfen für das Erlöserensemble

11.Februar 2026 - 16:30 - 19:00 Uhr
Erlöserkirche, Birkenwaldstr. 24
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Selten kochen im Gemeindeleben die Emotionen so hoch wie bei der Frage, was aus kirchlichen Gebäuden werden soll, die nicht mehr finanziert werden können. Mit Kirchen sind oft prägende persönliche Erlebnisse verbunden: die eigene Trauung, Konfirmation und Taufe oder diejenigen der Kinder oder gar schon der eigenen Eltern. Die Vorstellung, ein solches Gebäudemuss zweckentfremdet oder gar abgerissen werden, schmerzt dann ganz persönlich. Selbst Bewohnerinnen und Bewohner
eines Stadtteils, die sonst nichts mit der Gemeinde zu tun haben, mischen sich in die Debatten ein, da Kirchen einen Stadtteil prägen und ihm eine Mitte geben können. Gemeindehäuser bieten vielen Gruppen Raum und sind im besten Fall ein Treffpunkt in der sonst anonymen Stadt. Der Nordgemeinde steht bis zum Jahr 2040 in dieser Hinsicht ein schmerzhafter Einschnitt bevor. Denn bis zu diesem Zeitpunkt muss die Gemeinde nach der Renovierung der Martinskirche und der Brenzkirche für das Erlöserensemble eine alternative Nutzung finden, so wie sich landesweit Gemeinden angesichts
zurückgehender finanzieller Mittel von vielen Gebäuden trennen müssen. Im Idealfall findet sich eine Weiternutzung für das Ensemble, die den Anliegen der Gemeinde entspricht, z.B. indem es zu einem diakonischen oder kulturellen Standort wird. In der Gemeinde hat sich deshalb 2025 eine Arbeitsgruppe zusammengefunden, die Ideen entwickeln und Kontakte und Beziehungen knüpfen und ausbauen will. Für den Prozess ermutigend und inspirierend ist auf diesem langen Weg eine Lehrveranstaltung der Universität Stuttgart, die von der Fakultät für Architektur und Stadtplanung unter Federführung von Professor Alexander Schwarz durchgeführt wird. Hier stehen Studierende vor der Aufgabe, architektonische Entwürfe zu entwickeln, wie das Erlöserensemble alternativ genutzt werden kann. Diese Lehrveranstaltung kann zum einen für die Studierenden sehr gewinnbringend sein. Denn die kommende Generation von Architektinnen und Architekten wird oft vor der Aufgabe stehen, bestehende Gebäude für neue Nutzungsformen umzugestalten. Das gilt nicht nur für kirchliche, sondern auch für viele gewerbliche Bauten, die in der bisherigen Form nicht mehr gebraucht werden und bei Leerstand zur Verödung der Ortszentren beitragen. Zum andern kann auch die Nordgemeinde von der Arbeit der Studierenden profitieren, indem diese ihre Gedanken und Ideen teilen.
Deshalb stellen sie ihre Entwürfe am Mittwoch, 11. Februar, um 16.30 Uhr der interessierten Öffentlichkeit in der Erlöserkirche vor. Die Vorstellung beginnt mit einer Einleitung und
Führung durch Prof. Schwarz. Im Anschluss stehen die Studierenden bei ihren jeweiligen Modellen Interessierten Rede und Antwort. Nutzen Sie die Chance, mit den Studierenden und den Dozenten ins Gespräch zu kommen und tragen Sie Ihren Teil dazu bei, dass unser wunderschönes Erlöserensemble auch über das Jahr 2040 hinaus eine Zukunft hat.